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Buchtipps

Ein Sommer auf einer Insel in den finnischen Schären. Emma verbringt dort mit ihrem Ehemann Joel und ihrer Tochter Fanny eine Auszeit im Haus des Großvaters. Sie möchte sich dort von den Strapazen ihrer Reisen als Fotoreporterin in die Krisengebiete der Welt erholen.

„Ich will nicht werden, was mein Alter ist“ diese Songzeile von Rio Reiser könnte am Beginn des Romans FAHRTWIND von Klaus Modick stehen. Zu Hause geblieben ist der Ich-Erzähler dieser aus der Distanz von 50 Jahren erzählten Geschichte aus den 70er-Jahren der BRD nach seinem mit Ach und Krach bestandenen Abi und ein wenig Philosophie-, Kunstgeschichte und Literaturwissenschaften-Studium, eigentlich nur wegen Doris.

„J’aurai aimé. Ich werde geliebt haben.“

Carlo und Margherita sind ein eigentlich absolut durchschnittliches Ehepaar in Mailand. Margherita, zum Wunschberuf Architektin hat es nicht gereicht, ist Immobilienmaklerin mit eigener kleinen Agentur. Carlo ist das personifizierte „noch nicht“. Als Schriftsteller hat er noch keinen eigenen Roman zustande gebracht und arbeitet in einer Prospektredaktion.

St. Helena ist eine der entlegensten Inseln im Südatlantik, irgendwo im Nirgendwo, mit dem (lt. SZ 2017) wohl nutzlosesten Flugplatz der Welt.  Laut Napoleon, der von den Engländern dorthin verbannt wurde, ein verfluchter Felsen, eine Vulkaninsel in den Weiten zwischen Angola und Brasilien.

„In diesem Sommer verliebte ich mich, und meine Mutter starb“, so beginnt der Roman HARD LAND von Benedict Wells, den ich heute ganz besonders ans Herz legen möchte. Es ist der Roman des 16-jährigen Sam, der in Grady, einem langweiligen Kaff in Missouri, ein wenig Außenseiter ist. Ein Kaff wie es sie überall auf der Welt gibt.

„Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“ so heißt der gerade bei DTV erschienene Roman von Alena Schröder, den ich hiermit zur Lektüre empfehlen möchte. Es ist ein Familienroman über vier Generationen deutsche Geschichte, über Mütter und Töchter, Pflichtbewusstsein und die Suche nach Leben. Über Erinnerungen und Verdrängung. Über Wege und Irrwege. Über jüdisches Leben in Nazideutschland, Flucht und Vertreibung.

Mit dem heutigen Buchtipp möchte ich zu einer kurzweiligen und intelligenten Reise einladen in ein Land, das gar nicht so fern liegt. Zu einer Reise ins Sprachland mit dem Reiseleiter Axel Hacke, einem eifrigen Reisenden in diesen Gefilden. Sie kennen das Sprachland nicht? Doch, Sie kennen es! Sie begegnen ihm eigentlich regelmäßig! Fast täglich sogar, in Zeitungen, auf Schildern und Plakaten, auf Speisekarten und Gebrauchsanweisungen.

„Mädchen, Frau etc.“ ist eine Sammlung von zwölf verschiedenen, lose miteinander verknüpften, Charakterstudien, die zusammen eine Art Bild ergeben. Die zwölf Erzählungen sind in vier Dreiergruppen zusammengefasst. Jede Gruppe hat relativ enge Verbindungen zu den anderen in dieser Gruppe, aber die vier Gruppen sind manchmal tangential miteinander verbunden.

Ödnis aus hartgebackener Erde, totes Gras, dazu ein paar hitzegeplagte Eukalyptusbäume. Das ist das Outback rund um Tiverton im einsamen, menschenarmen australischen Buschland, dem ländlichen Nichts nördlich von Adelaide. „Ganz schön viel Garnichts hier“  wäre die treffende Beschreibung. Hierher ist Paul Hirschhausen, Constable der South Australia Police, strafversetzt nachdem er gegen Kollegen ausgesagt hat.