20 km vor der bretonischen Küste liegt die Ile d´ Quessant, Enez Eusa, eine wilde Felseninsel, ein Granitfelsen im Atlantik. Im Norden der englische Kanal, im Westen 5000 Meilen Atlantik bis Neufundfundland. Früher Insel der Frauen, die Männer waren auf See. Insel der Druidinnen. Und der Meerjungfrauen, der Morganezed. Insel der bretonischen Mythen und Riten. Insel der bretonischen Musik. Hierher führt ein Spezialauftrag des Präfekten Kommissar Dupin und sein Team. Ein toter Musiker wurde angeschwemmt, Musikerkollege von Jade, der Nichte des Präfekten. Unfall oder Mord? Beides scheint möglich. Kaum auf der Insel angekommen, auf der gerade ein bretonisches Musikfest stattfinden soll, wird ein zweiter Toter angeschwemmt. In den Wohnungen der Toten finden die Ermittler auf den Kopfkissen uralte mystische Kreuze, Proellas. Unversehens befindet sich Dupin mitten in der Welt bretonischen Musik und Mystik. Eine Welt, über die sein Kollege Riwal gerne und ausgiebig referiert. Auch eine dritte angeschwemmte Leiche bringt die Lösung keinen Schritt näher- Uralte, aus einem Mausoleum verschwundene Gefäße, über die ein altes keltisches Lied berichtet, das einer der toten Musiker neu texten wollte, scheinen eine Rolle zu spielen. Genauso wie ein Cromlec ´h, ein Steinkreis älter als Stonehenge oder Carnac. Eine Gruppe Musikerinnen „Im Bann der Sirenen“. Und eine Prophezeiung „Nicht auf der Insel und auch nicht wirklich weg“. Der Fall auf Quessant, der Insel auf der es alles zu geben scheint was grenzenlose Fantasie sich ausdenken kann, entwickelt sich zu dem gespenstigsten Fall mit dem Dupin je zu tun hatte, der ihm manchmal vorkommt wie eine Indiana-Jones-Mission. Er führt ihn tief in die Welt der bretonisch-keltischen Mythen und Sagen. Und in die Nebel von Quessant, die schon mal mehrere Tage oder auch Wochen anhalten können, wo jeder Weg entlang der zerklüfteten Felsenküste hoch über dem tosenden Atlantik zur mörderischen Herausforderung werden kann.
Der Roman „Bretonische Sehnsucht“ von Jean-Luc Banalec; der 13. Fall von Kommissar Dupin, erscheint am 19. Juni und ist die perfekte Sommerlektüre. Ein Roman, spannend entspannender Krimi mit vielen mystischen Fantasy-Elementen, der uns Leser gekonnt und spannend, mit oder auch ohne Cidre-Begleitung, in die Bretagne entführt, die geheimnisumwobene raue, verwegene westliche Ecke Frankreichs, Sehnsuchtsziel vieler Urlauber. Und der Dupin zwischen einigen Petit Noir vor ungeahnte Herausforderungen stellt. Finisterre!
Gustav Förster