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Buchtipps - Unterhaltung

„Kühn hat Ärger“ ist der zweite Roman um den 45-jährigen Münchner Kommissar Martin Kühn. Nach einer zweimonatigen Burnout-Pause ist er in den Dienst zurückgekehrt und wird mit einem neuen Fall konfrontiert. An einer Tramhaltestelle in einem der schicksten Wohngebiet Münchens hat man frühmorgens die übel zugerichtete Leiche eines totgeprügelten jungen Mannes gefunden, gekleidet mit Edelklamotten, allein die Nike-Sneakers, so Kühns Kollege Steierer, wären teuer als Kühns Anzug. Aber irgendwie passt das nicht.

Rom 2010, Berlusconi, Bunga-Bunga-Stehaufmännchen der italienischen Politik, empfängt gerade Gaddafi, den nordafrikanischen Diktator, küsst ihm die Hand. Gleichzeitig taucht bei Ilaria Profeti, 46 Jahre alt, linksliberale Moralistin und Lehrerin, überzeugte Berlusconi-Gegnerin, aber gleichzeitig mit Piero Casati, einem Mitglied der Forza Italia, sexuell verbandelt, ein dunkelhäutiger junger Mann auf, der behauptet, ein Enkel ihres Vaters zu sein. Sie wären also Verwandte. Er belegt dies mit einem Pass, laut dem er Shimeta letmgeta Attilaprofeti heißt, Enkel von Attilio Profeti.

Ein Auto verlässt Dresden, wo gerade nach dem Alliierten Luftangriff die sächsische Barockmetropole im Feuer verglüht. Einem Feuer, das 12 Jahre zuvor mit einem Fackelzug in Berlin gelegt wurde und 6 Jahre später mit den dürren Worten „Seit 5 Uhr 45 wird jetzt zurückgeschossen“ losgebrochen war. Dabei hatte niemand vorher geschossen. Doch statt nach Westen, wie die entgegenkommenden Flüchtlinge, fährt das Auto nach Osten, der unaufhaltsam vorrückenden Roten Armee entgegen.