Johanna lebt in den USA und arbeitet für die UNO. Sie ist für humanitäre Einsätze weltweit ständig unterwegs. Ihr Mann und ihre Tochter Elsa entfernen sich währenddessen immer mehr von ihr und leben ihr eigenes Leben. Jahre später arbeitet Elsa am Internationalen Gerichtshof in Den Haag als Anwältin. Sie lädt ihre Mutter trotz der Distanz, die zwischen ihnen herrscht, zu ihrem ersten Fall ein. Noch während der Verhandlung erleidet Johanna einen Zusammenbruch, dem ein völliges Zerwürfnis zwischen Mutter und Tochter folgt. Was ist passiert?
Zehn Jahre danach hat Johanna ihre Arbeit stark reduziert. Sie erbt das Haus ihrer Tante in Deutschland und beschließt, dort ein neues Leben zu beginnen. Zur gleichen Zeit erleidet Elsa einen Burnout und beschließt, in diesem Haus ihrer Kindheit zu neuer Kraft zu gelangen. Können Mutter und Tochter ihren Konflikt lösen? Welches Geheimnis verbirgt sich hinter Johannas Zusammenbruch von damals?
„Der Morgen nach dem Regen“ ist nach „Zwischen uns ein ganzes Leben“ der zweite Roman der Deutschamerikanerin Melanie Levensohn. Fortlaufend schreibt sie mal aus der Sicht von Johanna, mal aus der von Elsa und gibt damit dem Leser die Möglichkeit, die Sicht auf die Dinge und die Gefühlswelt beider Frauen gleichermaßen zu begreifen. Geschickt wechselt Levensohn zwischen Vergangenheit und Hier und Jetzt an den unterschiedlichsten Orten der Welt und schafft es, eine Spannung zu erzeugen, die bis zum auflösenden Ende nicht mehr abreißt. Ein zutiefst emotionales und ergreifendes Buch.
Simone Kötter