Marlene hat gerade ihr Studium der Medienpraxis abgeschlossen und weiß nicht so recht wie es denn nun weiter gehen soll. Sie datet ein wenig mit einem Freund und will sich erst einmal – ja was will sie eigentlich? Sie weiß es auch nicht Erst einmal hat sie einen Sommerjob auf der nordfriesischen Insel Strand als Verkäuferin in einem Erlebnisdorf angenommen. Dort wird in reetgedeckten Holzhütten, Krämerläden, Teestuben, Handwerksbetrieben, den Urlaubern die „gute alte Zeit“ von 1900 vorgegaukelt. Folkloremaskottchen in groben Wollkleidern, unter dem Holztresen das Kartenlesegerät , der Touchscreen. Traditionelles Handwerk Made in China. Perfekt inszenierte Selfie-gerechte Illusion. Wer kennt sie nicht? Dort lernst sie Janne kennen, die gegenüber von dem Krämerladen wo Marlene angeblich traditionelles Handwerk und Süßigkeiten verkauft, in der Räucherei arbeitet. Sie kommen sich näher und verbringen, voneinander angezogen, intensiv viel Zeit miteinander. Und dann lernt Marlene noch Barbara kennen, eine alte Legendenerzählerin, Kartenlegerin, die viel über die Legenden und Sagen der Nordseeküste weiß.
Die Insel Strand gab es wirklich, vor der großen Flut, der Mantränke, die die Nordseeküste in die heutige Form brachte. Darum kreisen viele Sagen und Legenden um die Stadt Rungholt mit ihrem sagenhaften Reichtum. Um die Kirche von Rungholt, deren Glocken man im Seenebel, wenn Watt, Wasser, Himmel verschwimmen, immer wieder hören könne. Um diese Bühne, der Magie des Wattenmeeres, bedroht durch den allgegenwärtigen Klimawandel, inszeniert die Autorin ihren Roman, eine poetische Erzählung und eine zärtliche Liebesgeschichte. Aber auch um die Sorgen und Nöte der handelnden Personen. Im Hintergrund die stetige Bedrohung des Klimawandels, der die Insel bedroht. Ein Unwetter zieht auf, aus den Wellen ragt ein Kirchturm. Nichts ist so wie es scheint. Eine Sommerlektüre die Realität, Illusion und Magie miteinander verknüpft.
Gustav Förster.