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ISBN/EAN: 978-3-86971-316-8
Einband: gebundenes Buch
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Erschienen am:
Sprache:
Deutsch
Umfang:
256 S.
Format (T/L/B):
2.5 x 21.1 x 13.3 cm

Hersteller:
Verlag Kiepenheuer & Witsch GmbH & Co. KG
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DE 50667 Köln


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Wie Grischa mit einer verwegenen Idee beinahe den Weltfrieden auslöste

Roman - 'Man muss die ganze Zeit lachen!' Elke Heidenreich

23,00 €

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Unser Tipp für Sie

Grischa Tannberg ist Jungaktivist mit Abschluss der (DDR-)Hochschule Bruno Leuschner. Er hat eine Stelle in der Planungskommission in Berlin bekommen, in der Hauptstadt der DDR, für DDR-Bürger eine Stadt des Westens, die im Osten liegt, wo es vieles gibt was es in der DDR sonst nicht gibt. In der Abteilung für wirtschaftliche Beziehungen ist er für die Zusammenarbeit mit dem Bruderland Afghanistan zuständig. Anstatt sich mit den in den Kommissionen üblichen „Arten des kunstvollen Wartens“ zu beschäftigen macht er sich, von seinen Kollegen misstrauisch beäugt, an die Arbeit.  Nur, Afghanistan hat wirtschaftlich gar nichts zu bieten. Nur ein einziges Produkt, Schlafmohn. Und davon jede Menge. So kommt Grischa auf eine verwegene Idee die wirtschaftlichen Beziehungen auszubauen. Er entwickelt einen zwar heiklen aber detailliert und sorgfältig ausgearbeiteten Plan und legt ihn seiner Behörde vor. Und dieser Plan wird sogar angenommen und genehmigt. Die DDR importiert Schlafmohn als Medizinalhanf, bereitet ihn sorgfältig in absoluter Topqualität auf, portioniert ihn und verkauft ihn im Transitbereich eines Übergangs zu Westberlin in einem deutsch-afghanischen Freundschaftsladen nach dem Vorbild der niederländischen Coffeeshops an Westtouristen. Und die brauchen dafür nicht einmal nach Ostberlin einzureisen. Mehrere Fliegen werden so mit einer Klappe geschlagen. Die afghanischen Bauern werden so beim sozialistischen Aufbau unterstützt, es werden Divisen eingenommen an denen es der DDR immer mangelt, die DDR präsentiert sich als fortschrittlicher Staat mit wissenschaftlich-rationalem Umgang mit Haschisch. Die Idee schlägt ein und vor dem Freundschaftsladen bilden sich Schlangen von Käufern. Die Behörden der BRD können nur machtlos zuschauen. Jede Maßnahme, den Käufern die Einreise in die Transitzone zu verweigern, käme einer Anerkennung der Grenze gleich - 1982 ein absolutes No-Go. 

Ein grandioses, schrulliges Schelmenstück das eigentlich auf die Verfilmung wartet. Vom Autor, Psychiater in Berlin, gekonnt verknüpft mit dem bis heute mysteriösen Milliardenkredit, den F.J. Strauß der eigentlich zahlungsunfähigen DDR vermittelte und für den der Autor mit seinem Roman eine ganz neue Erklärung liefert. Eine herrlich überdrehte, groteske Geschichte mit satirischen Seitenhieben auf Politik und Bürokratie der DDR wie auch der BRD, die die Grenze nicht anerkannte und für die daher eine in der DDR legale Handlung auch in der BRD legal war. Wie diese Geschichte mit einigen Parallelen zu „Good bye, Lenin“ ausgeht? Lesen Sie selber! Nur soviel sei verraten: Für Grischa endet sie als „Held der Arbeit“.

Gustav Förster 

Beschreibung

Ein bisschen Gras, ein genialer Coup und das Wunder von Bayern - Jakob Heins absurd komischer Roman über eins der größten deutschen Geheimnisse. Nicht im Traum wäre sein Chef darauf gekommen, dass ausgerechnet Grischa, dieser schüchterne Assistent der Plankommission, zu Subversion neigt und einen - zugegeben - ziemlich genialen Plan ausheckt, wie ihr maroder Laden an eine neue, überraschend gut sprudelnde Finanzquelle gelangt. Wobei Laden in diesem Fall für ein ganzes Land steht.  Vielleicht lag es daran, dass Grischa einen etwas eigenwilligen Filmgeschmack hat, in dem sich amerikanische Drogenmafia-Thriller mit sozialistischen Heldenepen kreuzen?  Jedenfalls: Grischas Chef kommt aus dem Staunen nicht raus, und mit ihm staunen alle möglichen greisen Minister im Zentralkomitee. Am meisten staunt allerdings kurz darauf der Polizeichef von Westberlin, als sich am Grenzübergang Invalidenstraße tumultartige Szenen abspielen, und zwar auf der falschen (!) Seite. Hunderte junge Leute wollen nach drüben, in den Osten, als wäre Magie im Spiel. Als die Regierung in Bonn Wind davon bekommt, wird die Lage brenzlig.  Doch da macht der Osten dem Westen ein Angebot, das er nicht ablehnen kann! Wie nur brachten die Ostler einst den Bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß dazu, mit einem Milliardenkredit ihr bankrottes Land zu retten? Eine herrlich abgedrehte Geschichte mit einem der entspanntesten Helden der Literatur. 

Über Jakob Hein

Jakob Hein arbeitet als Psychiater. Er hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, darunter 'Mein erstes T-Shirt' (2001), 'Herr Jensen steigt aus' (2006), 'Wurst und Wahn' (2011), 'Kaltes Wasser' (2016) und 'Die Orient-Mission des Leutnant Stern' (2018). Sein Buch 'Hypochonder leben länger und andere gute Nachrichten aus meiner psychiatrischen Praxis' (2020) stand nach Erscheinen wochenlang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Zuletzt erschien sein Roman 'Wie Grischa mit einer verwegenen Idee beinahe den Weltfrieden auslöste' im Frühjahr 2025.