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07.03.2024
Deutsch
304 S.
2.7 x 21 x 13.5 cm
Verlag Kiepenheuer & Witsch GmbH & Co. KG
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DE 50667 Köln
Unser Tipp für Sie
Forever young!?
Ein Forschungsprojekt mit einem Herzmuskel-Medikament mit vier Probanden an der Charité offenbart ungeahnte Nebenwirkungen. Jakob, 17 Jahre alt, herzkrank und ständig müde und erschöpft, ohne Lebensmut, entwickelt neue Energien und verliebt sich in Marie, die ihm ständig vorgelesen hat. Wenger, 80-jähriger Immobilienunternehmer mit tödlicher Diagnose, fängt wieder an zu bauen. Verena, frühere Rekordschwimmerin, schwimmt mit 39 Jahren bei einer Showveranstaltung urplötzlich Weltrekord und gerät unter Dopingverdacht. Und Jenny, immer noch kinderlos nach vielen fehlgeschlagenen Versuchen bis hin zur künstlichen Befruchtung, wird nach einem gefahrlos erscheinenden Seitensprung urplötzlich schwanger. Sie alle sind auf einmal biologisch viel jünger, 8 Jahre, 16 Jahre. Wurde der Jungbrunnen entdeckt? Die Nachricht dieser Verjüngung macht die Runde, spricht sich herum, erweckt Hoffnungen und Begehrlichkeiten. Eine Anarcho-Gruppe entführt den Projektleiter, um das Medikament der Allgemeinheit statt irgendwelcher Eliten zugänglich zu machen. Die Regierung will das Medikament und seine Auswirkungen bewerten. Was bedeutet das für das Zusammenleben von jung und alt, wenn die Alten auf einmal ewig leben? Lässt sich das Ganze auch stoppen, rückgängig machen? Nicht nur die Verjüngung, sondern auch der Hype um das Medikament?
Ein interessantes Gedankenspiel, das dem Roman WIR WERDEN JUNG SEIN von Maxim Leo zu Grunde liegt. Abwegig? Wohl keineswegs, wird doch weltweit entsprechend geforscht! Gibt es doch Prognosen, ein solches Medikament stände auf Kurz oder Lang zur Verfügung! Mit unabsehbaren Nebenwirkungen? Sciences Fiction? Oder doch eher Dystopie? Gesellschaftlich? Politisch? All das erörtert der Autor an Hand seiner fünf klar und deutlich herausgearbeiteten Probanden, den vier Teilnehmern der Studie und dem Professor, mit ihren Hoffnungen, ihrer Betroffenheit. Unwillkürlich stellt sich beim Lesen die Frage, wie würde man selber mit dieser Situation umgehen, mit den egoistischen Hoffnungen, mit der Verantwortung mit den Nachkommenden, wenn die Alten keinen Platz mehr machen? Interessante, wichtige Themen in einem absolut gelungenen, lesenswerten Roman. Großes Lob für den Autoren, dem nach seinem Roman „Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße“ wieder ein tolles Buch gelungen ist.
Gustav Förster