Portland ist eine Großstadt im Nordwesten der USA und bekannt für seine traditionell liberale Lebensweise, eine lebendige und unabhängige Musikszene und ein lebhaftes Nacht-, Kneipen- und Clubleben. So wird die Stadt schon mal als Hipster-Hauptstadt der USA bezeichnet. Gleichzeitig leben dort tausende von Menschen ohne feste Unterkunft auf der Straße. Hier siedelt Eske Hicken ihren jetzt erschienenen Debutroman HOMELESS an. Eske Hicken stammt aus Ganderkesee und lebt seit mehreren Jahren als Journalistin in Frankfurt. 2017 nahm sie eine berufliche Auszeit und arbeitete in Portland ehrenamtlich für eine Organisation die sich für die Rechte obdachloser Menschen einsetzt. In dieser Zeit lebte sie selber auch teilweise auf der Straße und nahm am täglichen Leben, Überleben der Betroffenen teil. Diese Erfahrungen hat sie nun in ihrem Roman literarisch verarbeitet, der die Geschichte von zwei Paaren erzählt. Auf der einen Seite Helen und Richard, gutbürgerlich. Sie leben bewusst und verstehen sich durchaus als liberal und aufgeklärt. Auf der andren Seite Katie und John. Sie leben auf der Straße und müssen ihren Alltag täglich neu organisieren. Richard und Helen arbeiten für eine liberale Tageszeitung, die mit einem Rückgang von Abonnenten und Anzeigen zu kämpfen hat. Ein neuer Chefredakteur möchte die Zeitung neu ausrichten, näher an die Leser bringen, wie er es ausdrückt. Gleichzeitig taucht eine rechte Bürgerinitiative auf und hetzt gegen Obdachlose. Camps werden angegriffen, Zelte angezündet, es gibt den ersten Toten. Für Katie und John wird der Überlebenskampf härter. Robert passt sich dem Stil des neuen Chefredakteurs an und schreibt jetzt pulistische Texte, die ihn mehr und mehr von Helen entfremden.
Das wird von Eske Hicken in ihrem Roman detailreich aus der Ich-Perspektive der Protagonisten erzählt. Die Erfahrungen die sie in ihrer Auszeit gesammelt hat kommen ihr dabei deutlich zu Gute. Es eine engagierte, spannende und authentische Geschichte, die durchaus auch den Plot für einen Crime Noir abgeben könnte. Eine Geschichte wie sie sich immer und überall passieren kann wenn die Spaltung der Gesellschaft weiter zunimmt und die Armut unaufhörlich in die heile Welt der Wohngebiete eindringt. Eske Hicken wird ihren Debutroman an seinem Erscheinungstag, Montag, dem 04.09.2023, im Kulturhaus Müller vorstellen. Der Eintritt kostet 10,00 €
„Auf der Seite der Armen und Unterdrückten zu sein, war immer klar. Es war allerdings nicht klar, dass die Armen und Unterdrückten irgendwann vor der eigenen Haustür auftauchen würden.“