Frühjahr 1945. Der junge Soldat Johann, bis eben noch Funker in einem deutschen Flugzeug, hat sich mit den drei anderen Besatzungsmitgliedern unerlaubt von der Truppe entfernt. Der Krieg ist verloren, das wissen sie. Die englischen Piloten können aus ihren Flugzeugen schon ungehindert in Hamburg in die Hafenbecken pinkeln. Sie trennen sich. Jeder soll, will sich alleine durchschlagen. Johann will nach Hause zu Emmy, die er beim letzten Fronturlaub geheiratet hat. Und zu seinem neugeborenen Kind. Aber die Häscher des Regimes sind überall und dort werden sie ihn, den Fahnenflüchtling, zuerst suchen, um ihn am nächsten Laternenpfahl aufzuhängen. Also versteckt er sich nur wenige Kilometer von Zuhause entfernt auf dem Heuschober seiner Tante. Immer auf der Hut vor Entdeckung. Und er wird entdeckt. Auf einmal steht Frieda vor ihm, die 17-jährige Nachbarstochter, die nach den Pferden sehen will. Wird sie, die ihre Brüder im Krieg verloren hat, deren Vater überzeugter Nazi ist, ihn verraten?

Die Geschichte, die Volker Jarck in seinem Roman „UND SPÄTER FÜR IMMER“ nüchtern und ohne Gefühlsduselei erzählt, basiert auf Tagebucheintragungen seines Großvaters. Er erzählt sie, wie er selber sagt, ohne Anspruch auf historische Wahrheit. Es ist keine Soldatengeschichte, sondern eine leise erzählte Geschichte über Liebe in Kriegszeiten. Ihren Spannungsbogen erhält sie durch die permanente Angst vor den Greifern des Regimes. Da stockt einem schon der Atem beim Lesen. Und durch das Knistern zwischen Johann und Frieda, die lange Gespräche miteinander führen und sich dabei durchaus auch näherkommen. Beide sind jung. Verrät sie ihn? Verrät sie ihn nicht? 

Es ist eine menschliche Geschichte, die Volker Jarck am 8. Mai, dem 80. Jahrestag des Kriegsendes in Europa, auf einer Autorenlesung im Kulturhaus Müller in Ganderkesee vorstellen wird. Eine nachhaltige Geschichte. Schweres leicht erzählt, historisch aber doch allgegenwärtig.

Gustav Förster


Bibliographie

Und später für immer