Hawaii Dezember 1941. Ein grausamer Mord am Neffen des Chefs der amerikanischen Pazifikflotte und dessen japanischer Freundin. Sie muss zusehen wie ihr Freund bestialisch ermordet wird. Anschließend wird sie gefoltert und ermordet. Der Detektiv John Mc Grady von Honolulu Police Departement, ehemaliger Militärangehöriger, macht sich auf die Spur eines Verdächtigen und folgt ihm nach Hongkong. Dort wird er vom Überfall der Japaner auf Pearl Harbour und dem folgenden Beginn des Pazifikkrieges überrascht. Nach der Niederlage der englischen Truppen in Hongkong gerät er in japanische Kriegsgefangenschaft. Als Spion verdächtigt, wird er nach Japan gebracht und entgeht dem eigentlich sicheren Tod mit Hilfe eines japanischen Diplomaten, dem Onkel der gemordeten Frau, und dessen Tochter, in deren Haus er den Krieg überlebt. Er lernt japanisch und freundet sich mit der japanischen Lebensart an. Der Entdeckung entgeht er durch einen Mord an einem jungen Japaner. Nach 5 Wintern kehrt er in die USA zurück. Hier nimmt er gegen den Widerstand seiner Vorgesetzten die Ermittlungen wieder auf und setzt sich wie ein Bluthund auf die Spur des Verdächtigten, der so wie er den Krieg überlebt hat.

Ein „Crime Noir“ in bester Tradition in dem die Welt das eigentliche Problem ist, das ist, was weh tut. Ein zynischer, hartgesottener klassischer Detektiv, prinzipientreu vor einem bedrückenden Hintergrund, der das eigentliche Motiv ist. Politische Verwicklungen, Verrat, Gewalt, Verzweiflung, Folter, Mord, verwoben mit einer zärtlichen Liebesgeschichte voller Achtung und Rücksichtnahme vor dem der Anderen. Poetisch geschildertes Innen vor dem brutalen Außen das mit keiner Zeile glorifiziert wird. Eine gekonnte Vermischung unterschiedlicher Genres. Politik, Agententhriller, Liebesgeschichte. Die handelnden Personen sind wie auch die Schauplätze glaubwürdig beschrieben. Ein Roman, der Stephen King „umgehauen“ hat. Schnörkellos, kühl, sachlich. Einerseits Hölle. Und dann wieder feinfühlig und zärtlich. Ausgezeichnet mit zwei wichtigen amerikanischen Literaturpreisen. Großes Kopfkino von fast 500 Seiten Umfang, es lässt nicht los, hat man erst einmal angefangen zu lesen.

Gustav Förster


Fünf Winter