Wenn zwei sich begegnen beginnt oft eine Geschichte. Manchmal auch eine Liebesgeschichte. Die Geschichte, die Ewald Arenz uns in seinem neuen Roman DIE LIEBE AN MIESEN TAGEN erzählt, beginnt als sich Klare und Elias begegnen. Klara Ende 40 Jahre alt, mit dementer Mutter gerade arbeitslos gewordene Fotografin bei einer Zeitung, war seit dem Tod ihres Mannes nicht mehr in dem gemeinsamen Wochenendhaus, das sie jetzt verkaufen möchte. Elias, 10 Jahre jünger und Schauspieler mit fast erwachsener Tochter aus einer früheren Ehe, ist von seiner augenblicklichen Freundin, sie liebt ihn, er sie nicht so sehr, überredet worden, das Haus zu besichtigen. Sie möchte etwas Bleibendes, er eher weniger. Dennoch sinkt er spielerisch bittend vor Klara auf die Knie. Und damit beginnt eine große Liebe in fortgeschrittenem Alter. Eine Liebe, mit der niemand gerechnet hat. Und eine Geschichte, die Ewald Arenz, dessen Romane „Alte Sorten“ und „Der große Sommer“ bereits Lieblingsbücher der unabhängigen Buchhandlungen waren, einfühlsam, mit sanftem Humor und auch gelegentlicher Melancholie erzählt. Eine Geschichte über Höhen und Tiefen später Liebe mit zwei eigentlich ziemlich gegensätzlichen Hauptfiguren, die in ein Chaos der Gefühle stürzen. Und mit absolut gelungenen, glaubwürdigen Nebenfiguren. Vera, die „abgelegte“ Freundin von Elias, die sich als wahre Freundin entpuppt. Jule, seine fast erwachsene Tochter, die gerade mit ihrer Freundin zusammenzieht. Und Annemarie, Klaras dementer Mutter mit ihrer ausgeprägten Persönlichkeit. Eine Geschichte über die Anziehungskraft zwischen Menschen, die sich zufällig begegnen und eine wunderbare Liebesgeschichte, bei der es dem Autor gelingt, nicht in Kitsch abzugleiten. Feinfühlig, gut beobachtet und beschrieben, an jeder Stelle nachvollziehbar. Absolut lesenswert und unterhaltsam.
„Man denkt immer, sie trifft einen nicht“ sagte Elias leise „aber sie trifft einen doch“ (……..) “Ja. Man denkt immer, sie trifft einen nicht“ Sie drehte sich um und sah ihn an (….) “Und dann“ sagte sie „trifft sie einen doch“.
Gustav Förster