Drei Aussteiger die jeweils auf ihre ganz eigene Art ausgestiegen sind. Thea, lebenslustiges Energiebündel, hat vor 20 Jahren nach einer persönlichen Enttäuschung Deutschland verlassen. Zuletzt war sie Wanderziegenhirtin in Portugal und zog dort zufrieden und glücklich in ihrem alten Camper, mit ihrer Ziegenherde und ihrem Kollegen Mateus durchs Land. Aus gesundheitlichen Gründen möchte sie nun nach Deutschland zurückkehren und hat sich per Kleinanzeige eine kleine Wohnung auf einem Bauernhof in der Lüneburger Heide nahe ihrer alten Heimat gemietet. Mit zwei von ihr aufgezogenen Ziegen, ihrem Ersparten als Bargeld und ihren Erinnerungen an das freie Leben macht sie sich in ihrem klapprigen Camper auf die 3000-km-Tour zurück in ihre alte Heimat. Benno lebt nach einer persönlichen Katastrophe und überstandener Trinkerei missgelaunt und verbittert auf dem alten Hof, der seit Generationen seiner Familie gehört. Er vermisst seinen Sohn Claas, zu dem er keinen Kontakt hat, wurschtelt auf dem Hof vor sich hin und gibt alten Tieren das Gnadenbrot, das er, hochverschuldet wie er ist, kaum noch bezahlen kann. Auf seinem Hof bietet er in einem Nebengebäude zwei Wohnungen an und hofft; irgendwie der Zwangsversteigerung zu entgehen. Jeder Anruf kann ein Mieter sein oder auch der, der das endgültige Ende bedeutet. Juli hat ihre übergriffige Mutter verlassen und möchte nach Amsterdam wandern, dorthin wo sie eigentlich mit ihrem verstorbenen Großvater reisen wollte. In einem Waldstück auf der Lüneburger Heide knickt sie unglücklich um und kann nicht mehr weiter. Benno findet sie dort hilflos und nimmt sie mit auf seinen Hof; wo sich Thea gerade mit ihren zwei Flaschenkinder-Ziegen etwas eingerichtet und auch schon den einen oder anderen Zoff mit dem miesepetrigen Benno durchgestanden hat, ohne ihre gute Laune und positive Weltsicht zu verlieren. Mit ihrem letzten Erspartem hat sie Benno erst einmal aus der größten Finanzpatsche geholfen. Wie diese Drei sich auf dem heruntergekommenen Hof trotz aller miesen Umstände und Bennos immer wieder aufflammender schlechter Laune arrangieren und lernen, miteinander und auch mit sich selber auszukommen, schildert Romy Fölck in ihrem gerade erschienenen Roman „DAS LICHT IN DEN BIRKEN“. Aus wechselnden Perspektiven schildert die bislang als Autorin, bislang durch ihre Elbmarschen-Krimis bekannt, unterhaltsam, einfühlsam und liebevoll den Weg ihrer drei Protagonisten aus ihrer persönlichen Krise und lässt uns Leser und Leserinnen teilhaben auf dem Weg hin zum Projekt Gnadenhof. Nach ihrem Erfolg mit dem Roman „Die Rückkehr der Kraniche“, der gerade als Taschenbuch erschienen ist, ist dies ihr zweiter Sommer-Wohlfühlroman. Romy Fölck wird ihren Roman auf einer Autorinnen-Lesung am 22. Mai im Ganderkeseer Kulturhaus Müller vorstellen. Gustav Förster

Das Licht in den Birken