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Napoléon

Kaiser von Frankreich - Herrscher, die Geschichte schrieben, Sprecher: Gert Heidenreich, Ungekürzte Hörspielfassung, 2 CDs, Menschen Mythen Macht

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Bibliografische Daten
ISBN/EAN: 9783941234239
Sprache: Deutsch
Umfang: 16 S., 156 Min., 2 CDs, 6 Illustr., Booklet 26 S.
Format (T/L/B): 1 x 14.2 x 12.5 cm
Lesealter: Interessenalter: 14-
Einband: Jewelcase (für CD/CD-ROM/DVD)

Beschreibung

Er war einer der größten Feldherrn der Geschichte, der ganz Europa seinen politischen Willen aufzwang. Aus einer verarmten korsischen Adelsfamilie stammend, nahm Napoleon Bonaparte im nachrevolutionären, krisengeschüttelten Frankreich einen kometenhaften Aufstieg. Mit 24 Jahren war er bereits General, wurde wenig später Oberkommandierender der Italienarmee und schließlich durch einen Staatsstreich erster Konsul. Mit 35 Jahren krönte er sich eigenhändig zum Kaiser. Das Glück verließ ihn auf dem Zenit seiner Macht. Die Völkerschlacht bei Leipzig 1813 besiegelte sein Schicksal, Napoleon wurde auf Elba verbannt. Doch er kehrte zurück. Bei Waterloo schlug er seine letzte Schlacht und verlor. St. Helena, eine vereinsamte Insel im Südatlantik, wurde zum Ort seiner letzten Verbannung.

Leseprobe

NAPOLÉON. Ein Hörbuch aus dem Griot-Hörbuch Verlag. Text: Elke Bader. Sprecher: Gert Heidenreich. Regie: Wieland Haas. Track 1/1: Sturm über Europa Gellende Schreie hallen von einem der acht Türme der Bastille, einer gewaltigen steinernen Trutzburg aus dem Mittelalter. Sie ist das berüchtigte Gefängnis im Osten von Paris. Heute legt nur noch ein leerer Platz Zeugnis von ihr ab: die Place de la Bastille. Doch damals war sie Sinnbild von Hölle und Unmenschlichkeit, ein Mythos der Knechtschaft mit unterirdischen Verliesen, auch wenn längst nur noch wenige Gefangene einsaßen. Todesangst bricht sich Bahn: "Hilfe, zu Hilfe, die bringen uns alle um hier drin. Mord! Mord! So helft uns doch! Die erwürgen uns alle. Wieso kommt denn keiner zu Hilfe?" Es ist der 2. Juli 1789. Und derjenige, der so verzweifelt um Hilfe von seinem Turm herabschreit, dass es den Passanten in der ganzen Umgebung durch Mark und Bein fährt, ist der Schriftsteller Marquis de Sade. Zu diesem Zeitpunkt sitzt er bereits seit 65 Monaten als Gefangener in der Bastille ein. Immer wieder schreit er aus seiner Zelle heraus, seine ganze tosend wütende Ohnmacht bricht aus ihm heraus - ein Feuer, an dem er zu verbrennen droht. Nichts kann ihn mehr aufhalten. Dieses Schreien ist sein Beitrag zum Beginn der Französischen Revolution. Am 14. Juli 1789, bei der Erstürmung der Bastille, sitzt er jedoch schon in einer spartanischen Zelle im Irrenhaus Charenton Saint-Maurice. Denn bereits am 4. Juli war er wegen ebendieser Hilfeschreie auf Betreiben seiner Frau und des oberkommandierenden Kommissars der Bastille dorthin verlegt worden. Bei der Erstürmung seiner verwaisten Zelle werden fünfzehn druckreife Manuskripte vernichtet, seine gewaltige Bibliothek, bestehend aus über sechshundert Büchern, sein Bett, sein Tisch, die Kommoden. Das Mobiliar - ersetzbar - nicht aber seine Ideen. Dreizehn Jahre Arbeit sind unwiderruflich vernichtet, verloren, geplündert von einem in Rage versetzten Mob. Der Marquis de Sade weint blutige Tränen. "Alles zerfetzt, verbrannt", wird er später voller Verzweiflung schreiben und seine Frau hassen. Sie nun - seit Beginn der Revolution ohne Mann - ist vollkommen schutzlos und an jedem neuen Tag in blanker Angst um ihr Leben und das ihrer Tochter. Seit 1775 hatte es bereits Unruhen gegeben. Der Preis für einen Laib Brot war um bedrohliche zweihundert Prozent gestiegen - das fraß die Hälfte des durchschnittlichen Einkommens eines einfachen Arbeiters auf. Existenz- und Zukunftsängste machten sich breit, die Menschen hungerten. Brotkrawalle und Proteste gegen die immense Teuerung standen auf der Tagesordnung. So auch im April 1789. Wieder hatte es Unruhen gegeben, der Tapetenfabrikant Reveillon, Herr über 350 Manufakturarbeiter, beklagte sich über zu hohe Löhne. Da traf ihn der Volkszorn: Hunderte von kleineren Angestellten, Gesellen, Arbeitern rotteten sich zusammen, brachen durch die Polizeibarrikaden, plünderten und zerstörten sein Haus. Als die nur mit Pflastersteinen und Knüppeln bewaffneten Rebellen schließlich überwältigt werden konnten, säumten Hunderte von Toten die Straßenränder der Rue Saint-Antoine. Der Protest riss von da an nicht mehr ab.