Take Poetry

„….Wenn Gummibärchen Menschen wären und nicht ausschließlich zum Verzehren ihr kurzes Leben fristen, in kleinen Tüten, großes Kisten, könnten sie ein Vorbild sein für die Menschheit, denn allein, ganz bunt gemischt zusammenleben, schon danach könnten Menschen streben.“ (Seite 17)

Gedichte für Menschen, die alles haben. Auch Langeweile. So lautete der Untertitel von Hans-Werner Aschoff erstem Buch „FAKE POETRY“. Und genau lautet auch diesmal der Untertitel von seinem nun veröffentlichten zweiten Buch mit dem Titel TAKE POETRY. War das erste Buch mit Radierungen des leider verstorbenen Hartmut Berlinicke illustriert so begleiten die Texte des neuen Buches Fotos von Karsten Rubbert. Wieder sind es kurzweilige Reime und Wortspielereien  in der Tradition von Wilhelm Busch, Heinz Erhardt oder Joachim Ringelnatz, die der Wirtschaftsförderer des Landkreises Oldenburg in seiner überhaupt nicht von Excel-Tabellen bestimmten Freizeit, nach Feierabend, am Wochenende, im Urlaub, in seinem Haus am Rande der Wesermarsch oder auf einer der Nordseeinseln gereimt oder ungereimt zu Papier gebracht hat. Scharf beobachtet er seine Umwelt und verpackt diese in intelligente und scharfzüngige Reime und Geschichten. Manchmal eindeutig, manchmal doppeldeutig. Menschliches, allzu Menschliches, manchmal auch Schlüpfriges, manchmal aktuell Politisches, sehr oft Hintergründiges. Gekonnt unterhaltende, manchmal satirische Wortakrobatik. Er animiert damit zum Nachdenken, über sich selber, über die Welt. Manchmal auch zum drüber lachen. Die Fotos von Karsten Rubbert passen hervorragend und bilden zusammen mit den Texten ein Kleinod. Rechtzeitig vor Weihnachten herausgegeben ist es ein ideales Buch zum Verschenken. Und zum Genießen. Ein Buch, das man immer wieder in die Hand nehmen kann und jedes Mal wieder Neues entdeckt, das bereits gelesene neu und manchmal auch anders liest.

„Denk mal an: Einsame, Alleinerziehende, Geflüchtete, Andersartige, Minderheiten, Opfer. Denkmal für: Helden, Kaiser, Könige, Diktatoren, Täter. Denk mal nach!“ (Seite 87)

Gustav Förster

Leider stehen derzeit keine Daten zum Titel zur Verfügung. (9783730816103)