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Es kann nur eine geben

Der Name Carolin Kebekus dürfte allen in Deutschland schon einmal begegnet sein. Sie ist seit Jahren eine feste Größe in der Deutschen Komödienszene. Mit Kalauern und scharfsinnig mustert sie humorvoll die verschiedensten Themenbereiche, wie zum Beispiel die Medien. Zu Beginn ihres Buches liefert sie einen Exkurs in die Märchenwelt und die langweiligen Chargen, die weibliche Charaktere dort einnehmen. Auch  die unterschiedlichen Gehälter, Renten und Mental Load werden von ihr thematisiert. Dann konzentriert sich Carolin Kebekus auf eine ganz bestimmtes Anliegen: Den Konkurrenzkampf unter Frauen und die Frauen entgegengebrachte Verachtung, Geringschätzung, Frauenfeindlichkeit. Sie argumentiert scharf mit unserer Gesellschaft, der anerzogenen Haltung zu (gegenüber Frauen) bzw. der Sichtbarkeit von Frauen. Dabei begegnet sie der Leserschaft offen und berichtet von ihren früheren Ansichten über Frauen, Eifersucht und Neid, die mit ihrem eigenem mangelndem Selbstwertgefühl einhergingen Sie schreibt über ihre Schönheitsideale und gesteht, sie habe es genossen, die einzige „coole“ Frau in einer Männertruppe gewesen zu sein. Wenn sie vom Scheitern schreibt, macht sie auch das ehrlich. Dennoch ist sie sich ihren Privilegien durchaus bewusst und entgegnet das Frauen, die von Rassismus oder Querfeindlichkeit betroffen sind, einen anderen Kampf ausfechten müssen.

Carolin Kebekus bedient sich eines locker-lustigen Erzählstils, der das Lesen zu einer unterhaltsamen Beschäftigung mit viel Schmunzelei macht. Ihre Darstellung ist sehr sachlich, klar, beschreibend und sorgfältig recherchiert. Es werden Verhältnisse, Dynamiken und Gesellschaftsstrukturen offengelegt und beschrieben, die über Jahrhunderte gewachsen sind, die unsere Gesellschaft, wie ein feines Nervensystem, durchziehen und nicht nur unser Handeln und Denken beeinflussen, sondern auch die Art und Weise, in der wir sie bewerten. Ein vielseitiges Buch, das für alle Interessierende von Bedeutung sein könnte, die die Welt für einen Moment aus der weiblichen Perspektive wahrnehmen und sich mit der sozialen Ungleichheit auseinandersetzen möchten, ohne mahnenden Zeigefinger.

Maria Maloul

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