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Der kühnste Plan

„Der kühnste Plan seit Menschendenken“ ist ein intensiv recherchierter, auf historischen Tatsachen beruhender Roman um eine visionäre aber genauso absurde Idee und den blinden Glauben an den technischen Fortschritt zum Wohl der Menschheit, das „Atlantropa Projekt“,  über die Verlockung des scheinbar Möglichen ohne auch nur einen Gedanken an die Folgen zu verschwenden. Es ist aber auch der Roman einer großen Liebe, die allem zum Trotz nahezu ihr ganzes Leben diesem Projekt widmet, der  Liebe zwischen Herman Sörgel und Irene Villanyi.

Diese Liebe und so auch die Geschichte beginnt 1925 auf einer Überfahrt nach New York. Irene Villanyi, ihre Mutter bezeichnet sie als vorlaut, sie selber sich als Spezialistin für Gesprächsunterbrechungen, mischt sich in das Gespräch von zwei Mitreisenden ein. Einer von Ihnen ist Hans Sörgel, Mitarbeiter einer Architekturzeitung, auf dem Weg in die USA um dort eine Studienreise vorzubereiten.  In Manhattan treffen sie sich später nicht ganz zufällig wieder und Irene erzählt ihm was sie gerade liest, und davon, dass Europa und Afrika einmal miteinander verbunden waren als während der Eiszeit das Mittelmeer ein riesiges Tal war und Menschen vom grünen Afrika ins karge Europa wandern konnten. Diese Vorstellung setzt sich in Sörgels Kopf fest. So sehr, dass er unter dem Eindruck der Schrecken des ersten Weltkrieges und beseelt von der Idee von Frieden und Wohlstand durch technischen Fortschritt sein ganzes weiteres Leben der Idee widmet, das Mittelmeer mit Hilfe gewaltiger Staudämme von seinen Zuflüssen zu trennen und auszutrocknen. Gewaltige Wasserkraftwerke  sollten Strom für den technischen Fortschritt liefern, die Kohleverbrennung überflüssig machen, ewigen Frieden sichern. Eine Idee, von der sogar heute noch Pläne existieren, und der Irene, sie sind inzwischen verheiratet, vorbehaltlos und unerschütterlich ihre ganze Kraft widmet, trotz Wirtschaftskrise und aufkommenden Rassismus und Antisemitismus. Sogar die Nazis interessieren sich für Atlantropa, allerdings unter ganz anderen Voraussetzungen. Träumt Sörgel auch weiterhin vom Weltfrieden, streben diese die Weltherrschaft an. Um die Jüdin Irene zu schützen  lässt sich Sörgel auf die Nazis ein und es gelingt den beiden auch, den Krieg zu überleben und neue Unterstützer zu finden. Bis in die 50er-Jahre arbeitet Sörgel an seinem Projekt weiter, hält weiter Vorträge, will eine NS-Eliteschule zu einer Forschungsstelle umbauen. Irene will stattdessen in die USA auswandern, es kommt zum Bruch und zur Scheidung. Während Herman Sörgel in München, er wollte wieder die Welt retten, war aber spät dran, auf dem Weg mit dem Fahrrad zu einem Vortrag, unter ungeklärten Umständen stirbt, veröffentlicht Irene in den USA unter dem Titel „Melancholie“ einen Gedichtband. Eins der Gedichte  endet mit den Worten „Ich bin und bleibe immer dein“.

Gustav Förster

Roman, Quartbuch
Einband: gebundenes Buch
EAN: 9783803133366
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