Das Leuchten in mir

Wenn man sich sein ganzes Leben einer Familie verschrieben hat, die trotz allen Glückes eine Leere in einem offen lässt, sollte man alles riskieren für jemanden, der sie womöglich füllen kann? In genau diesem Konflik befindet sich die vierzig jährige Emma; liebende Mutter dreier Kinder, die aus 18 jähriger Ehe mit ihrem Mann Oliver hervorgingen. Als sie beim Mittagessen in der Brasserie Alexandre erblickt, gerät ihr Leben aus den Fugen. Mit einer Intensität schildert Delacourt die leidenschaftliche Anziehung der beiden, die einen glauben lässt, selbst die Euphorie und das Kribbeln auf der Haut zu spüren. Mit der Zeit kommen sie sich langsam näher, sie sprechen mit einander, er lädt sie zum essen ein. Bis beide beschließen ihre Familien zu verlassen und ihr altes Leben hinter sich zu lassen. Am ersten Tag ihres neuen gemeinsamen Lebens jedoch, soll ihre Geschichte eine ganz andere Wendung nehmen.

Dieser Roman scheint, mit all seinen Konflikten, wie aus dem wahren Leben gegriffen. Dennoch, besonders dürfte Delacourts poetische Erzählweise in diesem Roman sein. Unterteilt in drei Teile, wird Emmas Geschichte zunächst rüchwärts erzählt. Bis sie beim Wendepunkt, dem Kapitel null angelangt. Von dort an wird sie vorwärts erzählt. Auch die Kapitel selbst bestehen teilweise nur aus ein bis zwei Sätzen, oft sind es Methapern oder Zitate. „Das Leuchten in mir“, ein dramatischer, sinnlicher Liebesroman, der durch seine Tiefe besticht. Ein Fest für die Sinne und den Geist.

Alina Beckmann

Delacourt, Grégoire
Atlantik Verlag
ISBN/EAN: 9783455002737
20,00 € (inkl. MwSt.)