Das Mädchen im Strom

Gudrun Samuel ist ein liebenswertes, aber sehr eigensinniges Kind, das im Mainz der 20er und 30er Jahre in ihrem wohlhabenden Elternhaus zu einer selbstbewussten jungen Frau heranwächst. Frech wie sie ist, springt sie in den Rhein, um den Kohleschleppern hinterher zu schwimmen und beim Tennis schlägt sie sogar den Mädchenschwarm Martin. Ebendieser Martin Schubert wird nun ihre erste große Liebe und für beide beginnt eine wunderbare Zeit. Doch dann kommen die Nazis an die Macht und der junge Katholik und die hübsche Jüdin können sich zunächst nur noch heimlich treffen- bis Martin eingezogen  wird und Gudrun in Gestapohaft kommt.                                                              

 Kurz bevor sie ins KZ verlegt wird, kann sie aus Deutschland fliehen und fährt mit der Transsibirischen Eisenbahn nach Asien. Dank ihres Mutes und ihres Selbstvertrauens übersteht sie einige Jahre im Judenghetto von Shanghai. Viel zu selten erhält sie Post aus der Heimat von ihrer Mutter und ihrer Freundin. Von Martin hört sie überhaupt nichts. Als der Krieg in Deutschland zu Ende ist, beginnen die Amerikaner, Bomben auf Shanghai zu werfen. Auch jetzt kann sie entkommen, aber ob sie irgendwann, irgendwo auf der Welt ihre Flucht beenden kann, bleibt lange ungewiss.  Zu viele schreckliche Erfahrungen hat sie machen müssen, die sie lange nicht mehr loslassen- wird sie die Kraft aufbringen können, all dies zu verarbeiten und ihren inneren Frieden  finden?

„Das Mädchen im Strom“ ist ein wirklich beeindruckender Roman, umso mehr, weil er von einer Autorin verfasst wurde, die bereits einige erfolgreiche Sachbücher zu diesem Thema veröffentlicht hat.

Bianca Sieling

Bode, Sabine
Klett-Cotta
ISBN/EAN: 9783608962000
20,00 €